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Wie du deine Auswanderung planst – ohne dich komplett zu überfordern

Wie du deine Auswanderung planst – ohne dich komplett zu überfordern

Auswandern, für viele bedeutet das:

  • Wärme
  • Entspannung
  • Einfach nur Ruhe
  • Und natürlich das Paradies
  • Keine Sorgen
  • Traumleben

Dabei vergessen viele etwas:

Auch im Ausland musst du:

  • Leben
  • Geld verdienen
  • Essen & Trinken
  • Und Behörden gibt es da auch.

Und glaube mir: Mit Deutsch kommst du da leider nicht immer weiter.

Also: 

Auswandern ist nicht nur ein Traum, aber: 

Es kann ein Traum sein.

Wir waren schon mal im Ausland, für 2,5 Jahre.

Wundervoll und wir wollen wieder ins Ausland, ganz klar.

Denn für uns steht fest:

Dort gehören wir hin.

Da ich also gerade wieder beim Thema Auswandern bin:

Wie planst du deine Auswanderung, ohne komplett auszubrennen?

Punkt 1: Status quo aufnehmen

Bevor du überhaupt an das Auswandern an sich denkst, musst du erstmal feststellen:

Wo du überhaupt gerade stehst!

Also:

  • Wo stehst Du?
  • Wie sieht dein Leben aus?
  • Warum willst du auswandern?
  • Alleine oder mit Familie?
  • Wie verdienst du dein Geld?
  • Welchen Besitz hast du hier?

Warum das wichtig ist?

Weil du nur dann planen kannst!

Nehmen wir zum Beispiel eine Urlaubsreise.

Du möchtest mit der gesamten Familie nach Portugal reisen.

Wie möchtest du den Flug buchen, wenn du nicht weißt, wo du wohnst?

Wie möchtest du ein Hotel reservieren, wenn du nicht weißt, wie viele Menschen mitkommen?

Du siehst den Punkt.

Aber was hat dein Einkommen gerade mit dem Auswandern zu tun?

Das ändert sich doch sowieso?

Bei 90 % der Menschen:

Ja, und deswegen ist es so wichtig, darüber nachzudenken!

Aber dazu später mehr.

Gehe die Fragen mal genau durch:

Wo stehst du gerade im Leben?

Ein Single kann andere Entscheidungen treffen als jemand in einer Partnerschaft.

Und ohne Kinder sind die Entscheidungen nochmal anders.

Mit Kindern auszuwandern ist zwar kein Problem, birgt aber seine eigenen Herausforderungen.

Hast du hier eine große Familie, die du vermissen wirst, oder bist du eher für dich/euch unterwegs?

Fragen über Fragen.

Am besten gehst du so vor:

  1. Nimm dir einen Zettel oder eine Notiz-App.
  2. Schreibe dir erst eine Frage auf und beantworte diese in Ruhe.
  3. Das machst du mit allen Fragen, dann hast du einen guten Überblick.

Warum der Status quo so wichtig ist

Warum ist das denn so wichtig, dass du deinen Status quo kennst?

Ganz einfach, weil dein aktueller Status quo alles verändert.

Schau mal: 

Ein Single kann viel spontaner handeln als jemand in einer Partnerschaft oder sogar in einer Familienstruktur.

Anders ist es, wenn du mit Kindern planen musst. 

  • Reißt du sie aus dem Alltag raus, vielleicht aus ihrem bestehenden Umfeld? 
  • Wie sieht es mit der Schule aus? 
  • Wie sieht es emotional mit der Familie aus? 
  • Ist sie noch da? Bleibt sie? 
  • Oder sagst du sowieso, du hast keine Familie in dem Sinne?

Aber auch Themen wie Besitz sind super wichtig. 

Hast du zum Beispiel ein Haus mit Möbeln, dann musst du planen: 

  • Okay, wie verkaufst du das Haus? 
  • Wie sieht es aus mit deinen Möbeln? 
  • Wie kriegst du die rüber? 
  • Brauchst du einen Container?

Hast du dagegen gar keine Möbel oder möchtest nichts mitnehmen, dann kannst du mit einem Koffer auswandern.

Du siehst: Dein Status quo verändert extrem viel und zeigt, wo du ansetzen musst.

Wie viel von deinem bisherigen Leben musst du überhaupt mitnehmen?

Einkommen & Arbeit

Aber auch das Thema Arbeit und Geld verdienen ist ein wichtiges Thema, was für deinen Status quo relevant ist. 

Weißt du zum Beispiel, ob du deinen Job, den du jetzt hast, mitnehmen kannst?

Wenn du zum Beispiel in einer Bankfiliale arbeitest, ist das schwierig möglich. Wenn du aber zum Beispiel remote arbeitest, kann es vielleicht funktionieren.

Aber auch hier musst du vorsichtshalber mit dem Arbeitgeber sprechen und es am besten schriftlich vereinbaren.

Ich kann da nur mein Beispiel nennen. 

Bevor wir ausgewandert sind, habe ich mich nach einem neuen Arbeitsgeber umgesehen.

Denn ich wollte sichergehen: Der Arbeitgeber macht das mit.

Also habe ich bei jedem Bewerbungsgespräch gesagt:

Ich wandere demnächst aus, machst du das mit?

Mein damaliger neuer Arbeitgeber hat dann gesagt: 

„Ja, kein Problem, machen wir. Finden wir sogar richtig cool. Bei uns ist sowieso Remote First, also alles kein Problem.“

Super, Arbeitsvertrag unterschrieben und angefangen.

Dann sind wir ausgewandert und die Probezeit neigte sich dem Ende zu. 

Also kam es zu einem Gespräch.

Hier war der Ton schon leider anders: 

„Du, Björn, wir haben mit unserem Steuerberater gesprochen und Portugal hat ein nicht so schönes Steuergesetz. Wenn wir dich da anstellen wollen, müssten wir noch mal erheblich mehr zahlen. Deswegen werden wir dich jetzt nicht übernehmen.“

Wow, gerade ausgewandert, mit dem Wissen: 

Ich habe einen sicheren Job.

Und dann sowas.

Nicht schön und verursacht auch gleich nochmal Stress dazu.

Deswegen: Prüft das Thema „Job“ dreimal. 

Und noch ein kleiner Tipp: Überlege dir immer einen Plan B falls es mit dem Job dann doch anders läuft.

Lieber vorbereitet als in Panik irgendetwas finden.

Wie du deine Auswanderung planst – ohne dich komplett zu überfordern-Zitat

Punkt 2: Wohin geht die Reise?

Nun weißt du, wo du stehst, aber:

Wohin willst du überhaupt?

Oft ist diese Frage einfach beantwortet, manchmal schwieriger.

In manchen Partnerschaften kann da sogar ein Streit draus entstehen.

Zwei wichtige Fragen, die du dir stellen solltest:

  • Wo zieht es Dich hin?
  • Warum dahin?

Wo möchtest du hinziehen und warum genau dahin?

Jeder kann sagen:

“Ich möchte nach Malle, da gibt es Party und es ist sonnig.”

Aber ist das ein wahrer tiefer Grund?

Nimm mich zum Beispiel: Als Kind wollte ich immer nach Norwegen.

Warum?

Mein Vater war Norweger. In unserem Urlaub sind wir in Norwegen gewesen. Ich habe die Kultur kennengelernt und dieses Land hat für mich einfach ein unglaubliches Heimatgefühl.

Meine Frau wollte immer nach Australien. Sie kann nicht genau sagen, warum, aber dieses Land hat eine magische Anziehungskraft für sie gehabt.

Am Ende sind wir nun in Portugal gelandet. Warum? Weil wir geschaut haben, was uns wichtig ist:

  • Konstantes Wetter
  • Sonne
  • Meer
  • Küste
  • Europa

Plus: Wir waren dort im Urlaub, die Kinder haben es geliebt und wir haben schon mal 2,5 Jahre dort gelebt.

Es ist unsere 2. Heimat geworden, wo wir jetzt wieder hinziehen.

Du siehst: Ein Warum hilft enorm.

Nicht jedes Land funktioniert gleich.

Warum ist es denn so wichtig zu wissen, wohin du willst?

Naja, nicht jedes Land funktioniert gleich.

Schau mal, wir leben jetzt hier in Deutschland, oder ich gehe jetzt einfach mal vom deutschen System aus.

Deutschland gehört zu Europa und dadurch ist es relativ einfach, innerhalb Europas umzuziehen, also auszuwandern.

Wenn du jetzt aber andere Länder nimmst oder sogar Kontinente, Australien, den amerikanischen Kontinent, dann sind da ganz andere Voraussetzungen.

In die USA ist es zum Beispiel gar nicht so einfach hinzukommen.

Das Gleiche mit Australien.

Wichtig ist vorab zu wissen: Wo möchtest du hin?

Weil dann weißt du auch, welche Voraussetzungen du dafür erfüllen musst.

Themen wie:

  • Brauchst du ein Visum?
  • Kannst du die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung beantragen oder nicht?

Wie jetzt zum Beispiel in Portugal.

Da ist es so: Du musst erst mal fünf Jahre da sein.

Also, du darfst fünf Jahre dort leben, dann musst aber erneut deine nächsten 5 Jahre beantragen.

Auch das Thema Bürokratie, Sprache, Schulsysteme – jedes Land hat so ein bisschen seine eigenen Themen.

Schau dir mal das Thema Schule an.

Deutschland hat eine Schulpflicht.

Das bedeutet, du musst dein Kind wirklich zur Schule schicken.

Es muss in diese Schulinstitute.

Du kannst zum Beispiel keine verifizierten deutschen Online-Schulen nehmen.

Die gibt es zwar, aber nur in Ausnahmefällen dürfen diese verwendet werden.

In anderen Ländern, wie zum Beispiel Portugal, haben die eine Bildungspflicht.

Das bedeutet, du kannst dein Kind rein theoretisch auch zu Hause selber betreuen.

Du musst nur nachweisen können, dass du deinem Kind Bildung ermöglichst.

Punkt 3: Vorbereitungen treffen

Nachdem dein Status Quo feststeht, kannst du endlich mit der Vorbereitung beginnen.

Hier ist es wichtig, die verschiedenen Punkte zu beachten und durchzugehen.

Dabei hat jeder Punkt seine Eigenheiten:

Sprache lernen

Das Thema Sprache wird von vielen am Anfang extrem unterschätzt.

Wenn du früher mal „Goodbye Deutschland“ geschaut hast, hast du dich bestimmt auch oft gefragt: 

Wieso gehen die Leute dahin und können die Sprache nicht?

Aber oft ist es wirklich so, dass die Leute ohne Sprachkenntnisse auswandern.

Viele denken mittlerweile: 

“Ich kann Englisch, damit komme ich klar.”

Und oft ist es sogar so, dass du mit Englisch in vielen Bereichen schon mal sehr weit kommst, aber nicht überall.

Wir sind nach Portugal ausgewandert und haben am Anfang wirklich versucht, Portugiesisch zu lernen.

Wir haben uns Apps geholt, Vokabeln versucht zu lernen und viele YouTube-Videos geschaut.

Leider mit mäßigem Erfolg.

Also hatten wir am Ende den gleichen Gedanken: Okay, mit Englisch werden wir erst mal weiterkommen.

Und am Anfang sind wir in vielen Bereichen mit Englisch sehr weit gekommen.

Aber einige Behörden haben wirklich darauf gepocht, dass wir Portugiesisch sprechen, weil einige kein Englisch konnten und es auch nicht wollten.

Sie haben gesagt: „Ihr seid in Portugal, sprecht mit uns Portugiesisch.“

Und da standen wir dann mit unserem Englisch und nicht mal richtig gebrochenem Portugiesisch und kamen nicht weiter.

Was mir das alles aber auch gezeigt hat, ist, dass Sprache nicht nur ein Weg der Kommunikation in dem Land ist, sondern sie ist viel, viel mehr.

Wenn ich in ein Land ziehe und es mir als Hauptwohnsitz aussuche, dann ist es Respekt gegenüber dem Land, die Sprache zu lernen.

Und damit meine ich nicht, dass du auswandern sollst und die Sprache perfekt beherrschst.

Das ist Blödsinn.

Sogar wir haben ja alle Englisch in der Schule gehabt und sind wir ehrlich Unser Schulenglisch war grottenschlecht.

Ich dachte in der Schule, ich könnte ganz gut Englisch.

Aber als wir einmal nach Australien geflogen sind, haben wir erst richtig Englisch gelernt, indem wir es anwenden mussten.

Mit richtigen Menschen sprechen und überlegen, was ich sagen will.

Und seitdem übersetze ich nicht mehr im Kopf, sondern ich spreche.

Ein kleiner Gedanke noch: Eine Sprache lernen heißt nicht, dass du schulmäßig sagen kannst: Dieser Satz heißt genau wortwörtlich übersetzt das auf Deutsch.

Sondern dass du die Sprache verstehst.

Viele Menschen in den Ländern sind super dankbar, wenn du es versuchst und wenn du sie ein bisschen verstehst und dich verständigen kannst.

Da sind viele schon viel dankbarer.

Und deswegen ist mein Sprachenlernansatz mittlerweile etwas anders: 

Wenn du auswandern willst, informier dich über die Sprache und versuch, mindestens schon mal in die Grundlagen reinzukommen.

Die Leute vor Ort danken es dir.

Du wirst es dir danken.

Und das Ankommen wird dadurch viel einfacher.

Banken & Finanzen

Ein Thema, das gerne übersehen wird, ist das Thema Banken und Finanzen allgemein.

In Europa gilt ja seit ein paar Jahren das Thema SEPA-Verfahren.

Und das SEPA-Verfahren, für alle, die es nicht so mitbekommen haben, ist ja an sich dafür da, dass man innerhalb Europas ohne Probleme jede Bank verbinden kann.

Also, wenn ich jetzt theoretisch von Deutschland nach Portugal ziehe, dass ich in Portugal für jedes Lastschriftverfahren meine deutsche IBAN angeben kann und das kein Problem ist.

In der Realität sieht das ein bisschen anders aus, weil viele Länder da noch ein bisschen,hinterher sind.

Portugal gehört da in einigen Bereichen dazu.

Ein Beispiel:

Wir mussten für unseren Strom- und Wasseranbieter die Lastschriftverfahren ändern.

Das Lastschriftverfahren ist deutlich einfacher, als immer zur Behörde laufen zu müssen.

Du liest richtig, in Portugal kannst du selten per Überweisung Rechnungen begleichen.

Ich hatte zu dem Zeitpunkt noch keine portugiesische Bank.

Und in Portugal ist es also so, dass auf den Rechnungen meist keine IBAN steht.

Du gehst entweder in ein Zahlungsbüro oder du hast halt ein portugiesisches Konto, kannst ein portugiesisches Zahlungsverfahren verwenden und dann dein Geld übertragen.

Da wir das noch nicht hatten, musste ich dann immer zu diesem Zahlungsbüro.

Ich hatte dann einmal beim Stromanbieter gefragt, ob man eine deutsche IBAN hinterlegen kann.

Erste Antwort:

Nein, sowas geht nicht.

Nachdem ich dann mit dem Diskriminierungsrecht und dem Europäischen Gerichtshof ankam, funktionierte es dann aber doch, zähneknirschend. 

Und ja, man hat auch danach gemerkt, die waren nicht mehr ganz so gut auf uns zu sprechen.

Also informiere dich vorab, ob du ein Konto vor Ort brauchst.

Allerdings solltest du beachten, dass nicht alle Banken weltweit gebührenlos sind.

In Deutschland hast du viele Online-Banken und somit viele kostenlose Girokonten zur Auswahl.

Das gibt es nicht überall.

In Portugal zum Beispiel gibt es eine einzige Bank, die dir ein kostenloses Girokonto bietet.

Das ist die ActivoBank.

Aber das große Problem ist: 

Das Online-Verfahren, das die benutzen, gilt nur für Menschen, die entweder die portugiesische Staatsbürgerschaft haben oder den dauerhaften Aufenthaltstitel.

Den dauerhaften Aufenthaltstitel bekommst du aber erst, wenn du fünf Jahre in Portugal lebst.

Deswegen konnte ich das Konto nicht so eröffnen, sondern hätte in die Hauptfiliale nach Lissabon fahren müssen, um dort das Konto zu eröffnen.

Behörden & Unterlagen

Wenn du auswanderst, wirst du früher oder später mit Behörden zu tun haben.

  • Anmeldung
  • Ausweise
  • Steuernummern

Das sind alles wichtige Themen.

Und zu Behörden gehören auch immer deine Unterlagen.

Hier in Deutschland kannst du mittlerweile sehr viel digital machen oder du kannst dich online relativ schnell informieren, welche Unterlagen du brauchst.

Das ist nicht in jedem Land so.

In Portugal ist zum Beispiel eine Grundregel, dass du alle Unterlagen dabei haben solltest.

Warum?

Weil die Behörden auch gerne andere Dokumente anfragen, die du grundsätzlich gar nicht brauchst.

Einfach zur eigenen Sicherheit.

Dann kann es leicht passieren, dass du zur Behörde gehst und denkst, du hast alles dabei, und dann kommt: „Haben Sie das Dokument dabei?“

Und du denkst dir so: „Nee, hab ich nicht.“

Viele schicken dich dann nach Hause und verlangen, dass du das Dokument holst.

Und wer einmal in so einer Behörde war, weiß, wie lange das dann dauern kann, bis du wieder drankommst.

Denn drüben hast du meistens keinen Termin, sondern du ziehst ein Ticket.

Je nachdem, wie lange die Schlange vor dir ist, kann das schon mal zwei, drei Stunden dauern.

Deswegen: viel Zeit einplanen, alle Unterlagen immer dabeihaben und diese Behördengänge auch nicht so lange aufschieben.

Abmeldung & Dokumente

Nun habt ihr die Auswanderung fast vollbracht.

Es ist soweit alles organisiert.

Jetzt geht es um die Abmeldung aus Deutschland.

Die Abmeldung an sich geht relativ schnell und formlos.

Du gehst in dein Bürgerbüro und meldest dich und deine Familie dort ab.

Das Bürgerbüro nimmt die Abmeldung dann auf und solltest du schon eine neue Adresse haben, wird diese auf deinen Personalausweis geschrieben.

Wenn nicht, kriegst du einfach den Vermerk „unbekannt ins Ausland verzogen“.

Also ist es auch kein Problem, wenn du noch keine Adresse hast.

Ein wichtiger Hinweis noch: Du musst als Familie komplett vertreten sein.

Alle müssen vor Ort sein und dann musst du dich abmelden.

Sonst kannst du dich nicht abmelden oder es wird eine Trennung eingetragen.

Das muss ja nicht sein.

Vor der Abmeldung solltest du allerdings noch deine Unterlagen prüfen:

  • Sind Personalausweis, Reisepass aktuell?
  • Hast du alle Geburtsurkunden?
  • Habt ihr alles?

Weil ihr es im Ausland brauchen werdet.

Alleine um aus Deutschland rauszukommen, braucht ihr innerhalb Europas mindestens euren Personalausweis.

Wenn ihr weiterreist, nach Australien, Amerika oder sonst wohin, braucht ihr einen Reisepass.

Und diese Dokumente müssen gültig sein.

Am besten passt ihr darauf auf, dass sie auch noch ein paar Jahre gültig sind.

Denn es kann halt auch sein, dass ihr, wenn ihr einmal ausgewandert seid, vielleicht zwischendurch verreisen wollt oder noch irgendetwas anderes machen möchtet.

Und wenn der Ausweis dann abgelaufen ist, geht das manchmal nicht so schnell.

Ich weiß nur: In Portugal dauert es gerne mal bis zu einem halben Jahr, bis du deinen Personalausweis, den du beantragt hast, neu bekommen hast.

Also ein halbes Jahr.

In der Zeit kannst du dann nicht einfach reisen oder sonst etwas.

Das ist nicht gerade sehr angenehm.

Daher achtet darauf.

Und nicht nur bei euch, sondern auch bei euren Kindern.

Umzug & Eigentum

Du hast ja beim Status quo schon aufgeschrieben: 

  • Welches Eigentum hast du? 
  • Welche Möbel hast du? 
  • Was soll mit und was soll weg?

Und jetzt geht es darum, das einfach zu organisieren.

Die große Frage ist: 

  • Wie viele Möbel nimmst du mit?
  • Wie viele persönliche Sachen nimmst du mit?
  • Passt das alles in beispielsweise einen Koffer oder mehrere Koffer?
  • Passt es nur in einen Container, weil du auch sperrige Sachen mitnimmst?
  • Oder was halt auch sein kann: Passt es vielleicht in mehrere Pakete?

Als wir nach Portugal ausgewandert sind, haben wir einen Containerdienst beauftragt, weil wir zu viel Zeug hatten.

Wir wollten unseren ganzen Hausstand mitnehmen.

Haben wir gemacht und gedacht: Super.

Als wir dann da waren, haben wir gesagt: Nie wieder Containerdienst.

Alle anderen, mit denen wir geredet haben, haben auch gesagt: 

Nie wieder Containerdienst.

Es ist teuer, die Möbel sind kaputt und meistens lohnt es sich nicht.

Als wir wieder nach Deutschland gegangen sind, haben wir dann unseren eigenen Rat umgesetzt und gesagt: 

Okay, wir lassen unsere Möbel da.

Wir verkaufen sie und verschicken alles, was wir wirklich brauchen und nicht in unsere Koffer passt, per Paket.

Am Ende haben wir irgendwie 30 bis 40 Pakete verschickt.

Das war günstiger als der Container.

Ja, allerdings sind die meisten Sachen relativ kaputt angekommen.

Zusätzlich sind einige Pakete erst sieben Monate später angekommen, als sie eigentlich sollten.

Seitdem haben wir gesagt: 

Für unsere neue Auswanderung nehmen wir auf alle Fälle wieder einen Containerdienst.

Wir wollen diesmal wieder unsere Möbel mitnehmen.

Hätten wir das nicht gemacht, hätten wir trotzdem nach einer Containerfirma geschaut, denn du kannst dich auch manchmal in einen Container einmieten.

Also dass du dir mit anderen einen Container teilst.

Weil mit Paketen ist es echt schwierig.

Die Pakete werden hin und her geschmissen.

Oder was eben auch bei uns passiert ist: Ein Paket wurde festgehalten, weil ein Kind vergessen hatte, die Batterien rauszunehmen.

Und Batterien dürfen nicht verschifft werden.

Damit wurde das ganze Paket aufgehalten und musste dann neu versendet werden.

Also, du siehst, es kann super viel Ärger bringen.

Deswegen überlege dir in Ruhe: 

  • Wie habt ihr es vor?
  • Was wollt ihr mitnehmen?
  • Was ist dringend mitzunehmen?

Weil auch bei einem Umzug mit einem Container oder einer Umzugsfirma Sachen kaputtgehen können.

Meistens ist irgendwie eine Delle drin.

Immobilien im Ausland

Das Thema Immobilien funktioniert fast überall auf der Welt ein wenig anders.

Zum Beispiel: Wenn du in Deutschland ein Haus kaufst, gibt es einen speziellen Rhythmus.

Je nachdem, ob du eine Finanzierung brauchst oder nicht, klärst du erst deine Finanzierungsmöglichkeiten.

Du klärst erst mal: Was kannst du überhaupt wirklich finanzieren?

Danach kommen Fragen wie:

  • Wo möchte ich hin?
  • Was kostet mich das?
  • Was kann ich mir leisten?
  • Und was möchte ich an sich gerne haben?

Daraus kannst du dann ein Suchprofil erstellen.

Wenn du dann auf die Suche gehst, kannst du zum Beispiel sagen: 

Gut, das Haus finde ich jetzt super, das möchte ich kaufen.

Dann gehst du mit deinem Makler dahin und machst eine Besichtigung.

Du kannst alles soweit vorbereiten.

Dann kommt der Moment, wo du denkst: 

“Okay, ich möchte das kaufen.”

Dann einigt ihr euch auf den Kaufpreis.

Danach wird der Kaufvertrag gemacht.

Dann gibt es einen Notartermin.

Ihr bekommt den Kaufvertragsentwurf und nach dem Kaufvertrag geht es zum Notartermin.

Da wird euch der Kaufvertrag beziehungsweise der Notarvertrag einmal vorgelesen.

Und wenn alle Beteiligten einverstanden sind, unterschreiben alle den Vertrag.

Somit habt ihr euer Haus fürs Erste gekauft.

Im Notarvertrag steht dann drin, bis wann der Kaufpreis gezahlt werden muss und bis wann die Übergabe erfolgen muss.

Im Vertrag steht noch viel mehr, aber das würde den Rahmen gerade sprengen.

Nach dem Vertrag wird noch der Kaufpreis gezahlt, das Grundbuch umgeschrieben und du kannst einziehen.

Fertig.

Somit kannst du meistens planen.

Andere Länder, andere Sitten, heißt es doch immer – oder?

Denn als wir nach Portugal ausgewandert sind, mussten wir feststellen, dass es komplett anders läuft.

Das Thema Finanzierung ist dann das Gleiche.

Auch die Suche ist ungefähr das Gleiche.

Es sind halt andere Suchportale.

Du musst die Sprache können und Makler sind unentbehrlich, weil die sich vor Ort auskennen.

In Portugal ist es zum Beispiel so: 

Wenn du ein Kaufangebot machen möchtest, gibst du nicht nur den Kaufpreis an, sondern du musst auch sagen, bis wann der Notartermin stattfindet.

Und wenn ihr euch dann auf den Kaufpreis und den Termin geeinigt habt, kommt der nächste Schritt.

Der ist nicht: Ihr macht einen Notartermin, macht den Vertrag und dann geht alles weiter.

In Portugal ist das anders.

Da ist es so: Ihr macht einen Vorvertrag, in dem dann drinsteht, dass ihr euch auf den Kaufpreis geeinigt habt, dass bis dahin der Notarvertrag gemacht werden muss und dass 10 bis 20 % des Kaufpreises vorab fällig sind.

Das ist schon ein riesiger Unterschied zum deutschen Verhältnis, wo du keine Vorabzahlung hast.

Das bedeutet: Wenn du von Deutschland nach Portugal ziehst, musst du irgendwie diese 10 % vorher flüssig machen.

Sei es aufgrund einer Finanzierung auf dein Haus, durch den Verkauf oder weil du das Geld flüssig hast.

Wenn du das aber nicht weißt, bekommst du erst mal kalte Füße, weil es ja vollkommen anders ist.

Zusätzlich ist es halt so: Dieser Vorvertrag ist fast genauso bindend wie der Notarvertrag.

Das heißt, wenn du den unterschrieben hast, hast du einen Vertrag unterschrieben.

Solltest du diesen Vertrag nicht erfüllen wollen, also aussteigen wollen, dann hast du diese Summe gezahlt und das Geld ist weg.

Du hast so 10 bis 20 % des Kaufpreises umsonst ausgegeben.

Sollte natürlich der Verkäufer den Vertrag auf seiner Seite torpedieren, muss er dir das Geld zurückzahlen.

Aber das ist schon mal ein riesiger Unterschied.

Nächster riesiger Unterschied: In Portugal ist es unglaublich wichtig, dass du ein portugiesisches Konto hast.

Weil ihr habt ja im Vorvertrag festgelegt, wann der Notartermin ist.

Dieser Notartermin ist sowohl Übergabetermin der Schlüssel als auch Übergabetermin des Geldes.

Und da kein Mensch mit so viel Bargeld rumlaufen möchte, gibt es in Portugal die Regel, dass beim Notartermin ein Barscheck ausgestellt wird.

Den holst du bei der Bank und den übergibst du beim Notar.

Dann kriegst du vom Verkäufer die Schlüssel.

Das ist dann alles.

In dem Sinne geht an dem Tag alles über.

Nicht wie in Deutschland, wo gesagt wird: Bis dahin wird gezahlt und bis dahin kannst du einziehen.

Das läuft dort nicht.

Die sagen: Am Notartermin kriegen wir das Geld und du kriegst die Schlüssel.

Aus. Ende Gelände.

In anderen Ländern sieht es wahrscheinlich noch mal komplett anders aus.

Deswegen informiere dich, bevor du in das Land wirklich ziehst und ein Haus kaufst beziehungsweise dein Haus verkauft hast.

Wie ist überhaupt der Prozess?

Und hier auch noch mal der wichtige Punkt: Jeder träumt ja von seinem Traumhaus.

Aber auch ein Traumhaus hat einen Prozess oder einen Weg dorthin.

Und den müssen wir alle verstehen, damit wir ihn gehen können.

Ankommen ist mehr als nur Auswandern.

Hier kommt jetzt noch ein kleiner Bonus. 

Du hast nun deine komplette Auswanderung geplant. 

Aber damit die auch erfolgreich bleibt, solltest du dir auch einen Plan machen, wie du ankommst.

Denn Auswandern ist cool, aber immer alleine zuhause zu bleiben, ohne dich angekommen zu fühlen, ist doch auch irgendwie blöd.

Daher ist ein ganz wichtiger Punkt zum Erfolg. 

Das Ankommen. 

Und das schauen wir uns hier mal genauer an.

Freunde & soziale Wurzeln

Fangen wir gleich mit einem der wichtigsten Punkte an.

Was ich eben schon meinte: 

Allein sein ist kacke.

Wir sind soziale Wesen.

Deswegen sind Freunde unglaublich wichtig.

Nicht nur bei uns Erwachsenen.

Wir können auch mal längere Zeit alleine sein.

Aber für unsere Kinder ist es unglaublich wichtig.

Das haben wir bei unserer ersten Auswanderung gemerkt:

Kaum hatten unsere Kinder Freunde (und das ist durch die Schule schnell gewesen), haben sie sich pudelwohl gefühlt.

Früher waren sie noch nicht so interessiert an Vereinen, daher war es super, dass sie in der Schule Freunde gefunden haben.

Aber wir wissen alle: 

In der Schule können manchmal auch ziemlich blöde Kinder sein.

Deswegen gib deinem Kind mehrere Möglichkeiten.

Deswegen sind Vereine auch super:

Denn du kennst es bestimmt:

Wenn man das gleiche Hobby hat, ist ein Gespräch schon sehr schnell da und daraus wird irgendwann auch relativ logisch eine Freundschaft.

Der gleiche Weg wird auch uns Erwachsenen bevorstehen.

Obwohl wir, glaube ich, noch so ein bisschen vorsichtiger sind.

Kinder sind ja meist so: 

Wenn sie irgendwo hingeschickt werden, dann machen sie das.

Wenn sie Spaß haben, machen sie es länger.

Und wenn sie Spaß haben, lernen sie Leute kennen.

Bei uns Erwachsenen ist es eher so: 

Wir wissen, was auf uns zukommen kann, und sind dann eher ein bisschen eingeschüchtert.

Wir denken: Ach nee, ich lasse das doch lieber mit so einem Hobby.

Ich bleibe lieber zu Hause.

Aber auch für die Introvertierten lohnt es sich, rauszugehen und Freunde zu finden.

Es müssen nicht von Anfang an die besten Freunde sein.

Das kann sich entwickeln.

Kontakte und Bekannte sind nämlich wichtig, damit man sich nicht alleine fühlt.

Das haben wir nach der ersten Auswanderung gemerkt.

Wir waren ganz lange für uns.

Die Kinder hatten ihre Freunde, aber wir hatten sehr wenig mit den Leuten zu tun.

Mit manchen Eltern haben wir uns nicht so verstanden.

Und kurz bevor wir wieder zurück nach Deutschland gegangen sind, haben wir Freunde gefunden.

Mit den Freunden haben wir auch jetzt noch Kontakt, als wir wieder in Deutschland waren.

Aber das war erst viel später.

Und das lag einfach auch daran, dass wir ein bisschen zu wenig rausgegangen sind.

Deswegen kann ich nur den Tipp geben: 

Sucht euch Hobbys oder Möglichkeiten, rauszugehen, wo man Menschen kennenlernt.

Nicht: Sucht euch zwei Freunde.

Sondern sucht Möglichkeiten, Menschen kennenzulernen, die vielleicht die gleichen Interessen haben wie ihr.

Damit ihr gemeinsame Themen habt, worüber ihr sprechen könnt und sich eventuell eine Bekanntschaft entwickelt.

Kinder & Integration

Ich habe es eben schon angesprochen: 

Wir Erwachsenen sind ja schon auf unseren eigenen Themen so ein bisschen unterwegs und können vieles selber entscheiden und machen.

Die Auswanderung ist ja auch nicht von irgendwoher gekommen.

Aber was viele vergessen oder nicht wichtig genug sehen: 

Unsere Kinder sind manchmal mitgefangen.

Manchmal haben sie die Entscheidung mit getroffen.

Bei manchen ist es aber halt so: 

Die Eltern haben gesagt: „Wir gehen weg, ihr kommt mit.”

Und da ist es noch wichtiger, dass die Kinder integriert werden.

Und zwar nicht nur, dass ihr sagt: „Wir machen das so.“

Sondern dass die Kinder sich integriert fühlen.

Dass sie denken können: 

Wir können mitgestalten.

Wir sind zwar jetzt weg von unserer alten Heimat, aber wir haben hier eine neue Heimat.

Da bleibt der Punkt von eben: Freunde.

Aber auch die Sprache ist unglaublich wichtig.

Und die Kinder einfach auch vorbereiten.

Also nicht dastehen und sagen: „Ja, wir haben jetzt eine Auswanderung geplant. Morgen geht’s los.“

Sondern sie auch in den Prozess mit einbinden.

Wir wollen auswandern.

Vielleicht auch ihre eigene Meinung fragen: Wie seht ihr das?

Das haben wir bei unseren Kindern gemacht und wir waren erstaunt, wie positiv sie das aufgenommen haben.

Sie haben selber gesagt: 

Ja, wir wollen das.

Jetzt auch bei der zweiten Auswanderung.

Wir wollen zurück.

Das finden wir cool.

Wir dachten auch: 

Deutschland ist zwar auch cool, aber wir wollen auch gerne wieder zurück.

Dann die Kinder integrieren:

Okay, das ist die Sprache. -> Dann müssen wir die Sprache alle gemeinsam lernen.

Für viele ist das ein Riesenschritt.

Für uns Erwachsene ist es ja schon ein großer Schritt.

Für Kinder, die das vielleicht nie erlebt haben, ist das ein gewaltiger Schritt.

Und sie können auch nicht immer alles kommunizieren, was sie wollen.

Deswegen behaltet eure Kinder im Blick.

Versucht, ihnen so gut wie möglich zu helfen.

Emotionale Realität

Ich war am Überlegen, ob ich dieses Thema noch mal extra aufgreife.

Aber es ist wichtig.

Weil von außen wirkt eine Auswanderung traumhaft.

Du bist ausgewandert.

Sonne, Strand.

Vielleicht auch, wenn du in eine kältere Region ausgewandert bist, eben Kälte, aber die Natur.

Du hast es geschafft.

Es ist nicht immer einfach.

Und das muss es auch nicht sein.

Eine Auswanderung darf sich manchmal auch schwierig anfühlen.

Aber wichtig ist, dass man diesen Weg geht.

Es kommen viele Sachen auf dich zu.

  • Einsamkeit
  • Heimweh
  • Überforderung durch die Sprache
  • Finanzdruck, weil man vielleicht die finanziellen Mittel nicht hat
  • Oder einfach das blöde Gefühl, fremd zu sein.

Weil dich irgendjemand blöd anguckt oder die Behörden dich manchmal nicht so gut behandeln.

Das gibt es alles.

Und das ist halt ein Thema, was oft beim Thema Auswandern verschiwgen wird.

Ja, es ist alles so schön.

Es ist alles toll.

Und wir leben unseren Traum.

Und oft denken wir: Geil.

Ich weiß noch, wie oft ich in Portugal gedacht habe: 

Die machen hier alle Urlaub und ich lebe hier.

Wie geil ist das?

Richtig cool.

Aber dann hat du manchmal auch so Momente, wo du echt dasitzt und denkst: Kriegen wir das alles so hin?

Schön und gut, aber klappt das alles so, wie wir es geplant haben?

Und sogar jetzt, vor unserer zweiten Auswanderung, sitzen wir manchmal da und denken: 

  • Ist es der richtige Weg?
  • Machen wir einen Fehler?
  • Gehen wir den richtigen Weg oder stürzen wir uns in unser Unglück?

Diese Zweifel gehören dazu.

Das ist ganz normal.

Auch beim Thema Heimweh und Einsamkeit stellst du dir ganz viele Fragen.

  • Warum ist man jetzt einsam?
  • Geht man vielleicht nicht raus und hat gar nicht die Möglichkeit, Freunde zu finden?
  • Oder hängt man zu sehr an den deutschen Freunden und der Familie und sagt einfach: „Oh, das ist alles so toll.“

Wenn du nichts vor Ort findest, hast du natürlich Heimweh.

Das kann ich nur von meiner Frau bestätigen, die ihre Freundinnen in Deutschland auch extrem vermisst hat und deswegen auch extremes Heimweh hatte.

Deswegen: Ruhe bewahren, schauen, sich Fragen stellen und sich auch bewusst machen, dass solche emotionalen Punkte manchmal einfach dazugehören.

Und was mir auch ganz bewusst geworden ist: 

Ich war schon früher ein Mensch, der anderen Menschen eigentlich offen gegenübergestanden hat.

Meine Eltern haben früher schon immer gesagt: 

Jeder Mensch ist einzigartig.

Jeder Mensch hat Respekt verdient.

Das wurde mir schon als Kind immer beigebracht.

Und ich habe manchmal nicht verstanden, wie andere Menschen Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Ähnlichem verurteilt haben.

Nach unserer Auswanderung habe ich aber noch extremer verstanden, wie sich einige Menschen fühlen.

Weil auch bei uns es so gewesen ist, dass wir manchmal schief angeguckt wurden, wenn wir die Sprache nicht konnten.

Wir haben dumme Kommentare bekommen oder vielleicht sogar manchmal Schilder gesehen, auf denen Leute extra gegen Ausländer waren.

Und damit waren wir halt gemeint.

Weil auch wir sind, obwohl wir ausgewandert sind und dort leben durften, in dem Sinne die Ausländer.

Und das ist kein schönes Gefühl.

Ich finde, das öffnet einem noch mehr die Augen.

Dass jeder gleich ist.

Und dass jeder, der in ein anderes Land zieht, nicht automatisch ein Ausländer ist, sondern erst einmal eine Chance verdient.

Was eine erfolgreiche Auswanderung wirklich ist

Nun hast du alles geplant, aber was ist eigentlich später eine erfolgreiche Auswanderung?

Viele würden sagen: „Ich bin erfolgreich ausgewandert, wenn ich die Sonne habe, wenn ich reich bin, wenn ich mein Luxushaus habe, im Dauerurlaub bin.“

Das ist für mich eine erfolgreiche Auswanderung.

Ich persönlich sehe das anders.

Für mich war unsere erste Auswanderung eine erfolgreiche Auswanderung.

Andere werden mir da bestimmt widersprechen, weil für sie auch der finanzielle Erfolg dazugehört.

Der gehört für mich irgendwo auch dazu, aber nicht so stark wie für andere.

Für mich ist eine erfolgreiche Auswanderung eher ein Gefühl.

Es ist ein Heimatgefühl.

  • Fühle ich mich dort zu Hause?
  • Wie geht es meiner Familie?
  • Sind wir glücklich?
  • Sind wir nur gestresst?
  • Sind wir unglücklich?
  • Fühle ich mich angekommen oder ist da etwas, das sagt: „Das passt nicht?”

Das ist für mich eher eine erfolgreiche Auswanderung.

Ich weiß nur noch, bei unserer ersten Auswanderung hatte ich eine Szene.

Das war für mich das Zeichen: Ich fühle mich so was von angekommen.

Ich saß draußen in unserem Garten auf meiner selbst gebauten kleinen Terrasse und habe aufs Meer geguckt.

Ich hatte ein Gespräch für mein Business.

Und in diesem Moment habe ich einfach nur gedacht: Wie geil ist das?

Wir leben hier.

Wir sind alle aktuell glücklich und wir fühlen uns hier langsam richtig heimisch.

Und ich glaube, das zeigt auch, dass wir jetzt zum Beispiel wieder zurückwollen.

Es zeigt, dass wir da angekommen sind.

Dass es eine erfolgreiche Auswanderung war.

Es ist ein Heimatgefühl.

Sonst würden wir nicht wieder zurückgehen.

Daher miss den Erfolg deiner Auswanderung nicht daran, wie viel Geld du verdienst.

Sondern daran: Fühlst du dich angekommen?

Fühlst du dich zu Hause?

Fazit

Jetzt sind wir schon am Ende dieses Artikels angekommen.

Du hast viel gelernt.

Du hast viele Punkte bekommen.

Ich hoffe, ich konnte dir viele Insights geben, wie du deine Auswanderung für dich planen kannst.

Und wahrscheinlich würde jeder jetzt sagen: 

So, jetzt mach schon, jetzt komm in die Puschen.

Grundsätzlich: Ja.

Weil jetzt hast du das Wissen aufgenommen und jetzt wäre die Umsetzung der nächste logische Schritt.

Aber fang in Ruhe am Start an.

  • Warum willst du denn auswandern?
  • Wieso hast du es bisher nicht gemacht?
  • Lebst du vielleicht das Leben, das du leben möchtest?
  • Wo möchtest du hin?

Das sind alles gute Fragen und ich hoffe, du findest deinen Weg.

Auf alle Fälle: Wenn du möchtest, schreib gerne hier in die Kommentare rein, in welches Land du auswandern möchtest.

Warum möchtest du auswandern?

Lass uns hier mal ein bisschen darüber sprechen.

Lass uns schnacken.

Ich bin gespannt.

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